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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 49 mal aufgerufen
 Deutsche Militärgeschichte
Hades Offline



Beiträge: 422
Punkte: 404

05.12.2006 18:15
#1 Unter kaiserlicher Flagge antworten



Korvettenkapitän Hellmuth von Mücke (1881-1957); Frontispiz seines Buches „Ayesha“ (Berlin 1926)
Hellmuth von Mücke (1881 – 1957) zählt zu den bekanntesten deutschen Offizieren des Ersten Weltkrieges. Als „Seeheld“ wurde er noch im Krieg einem weiten Publikum bekannt. Als Kapitänleutnant und Erster Offizier des Kleinen Kreuzers „Emden“, der ursprünglich zum in Tsingtau stationierten Ostasiengeschwader gehörte und ab Kriegsbeginn selbständig Handelskrieg vor allem im Indischen Ozean führte, leitete er am 9.11.1914 den Landungszug, der die britische Funkstation auf Direction Island (Cocos-Inseln) zerstören sollte. Da währenddessen die „Emden“ in ein Gefecht mit einem australischen Kreuzer verwickelt wurde, die Insel verlassen mußte und schließlich kampfunfähig und weitgehend zerstört von der Besatzung aufgegeben werden mußte, sah sich v. Mücke mit seinem Zug abgeschnitten. Er kaperte daraufhin den im Hafen der Insel liegenden britischen Schoner „Ayesha“ und flüchtete aufs Meer. Nach einem Halt im Hafen von Padang in Niederländisch-Indonesien stieg die Mannschaft am 14.12.1914 schließlich auf einen deutschen Dampfer über, der sie an die Südküste Arabiens brachte. Von dort schlug sich v. Mücke zu Land an der Küste des Roten Meeres in mehreren Gefechten mit aufständischen Beduinen nach Norden durch. Vom 6.5.1915 an zog die Gruppe per Bahn weiter nach Konstantinopel, wo sie am 23.5.1915 ankam.
In der Folge wurde v. Mücke 1916 Führer der Flußabteilung auf dem Euphrat, 1917 Chef der deutschen Donau-Halbflotille. Als Korvettenkapitän schied er nach Kriegsende aus.
Im weiteren betätigte sich v. Mücke als Schriftsteller und setzte sich für eine nationale Sammlungsbewegung ein. Er trat der DNVP bei, verließ diese jedoch 1919 wieder. Der von ihm gegründete „Mücke-Bund“ ging in der Inflation wieder zugrunde. Ende 1919 trat er der NSDAP bei und zog für diese 1926 in den sächsischen Landtag ein. Nachdem er 1929 nach Landtagswahlen ein Bündnisangebot an Sozialdemokraten und Kommunisten – das von beiden Seiten abgelehnt wurde – gemacht hatte und sich die NSDAP daraufhin von ihm distanziert hatte, trat v. Mücke aus der Partei wieder aus. Zunehmend ins politische Abseits geraten zog sich v. Mücke nach Wyk auf Föhr zurück und versuchte sich weiter als politischer Publizist. Seine Bestrebungen nach einer patriotischen Sammlungsbewegung blieben ohne Erfolg, im Dritten Reich galten seine Anschauungen als „nationalbolschewistisch“ und staatsfeindlich, zeitweise wurde er inhaftiert. Ab 1950 engagierte sich v. Mücke innerhalb der kommunistischen Friedenspropaganda gegen eine Wiederbewaffnung der Bundesrepublik.

( Quelle Thomas Menzel )

Ein hervorragender Mann dessen Taten heute noch in Arabien bekannt sind! Hier bei uns in Deutschland natürlich weniger !






Hades

Panzerfahrer Offline




Beiträge: 193
Punkte: 193

05.12.2006 21:33
#2 RE: Unter kaiserlicher Flagge antworten

Habe den Bericht gestern in der ARD gesehen. Da wurde allerdings über die Karriere des Herrn von Mücke ganz anders gesprochen.

Nach deren Aussagen sollte er sich nach dem 1.Weltkrieg zum Pazifisten gewandelt haben und war den Nazis ab 1933 deshalb suspekt.

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