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 Bundeswehr in Auslandseinsätzen
Hades Offline



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05.05.2011 19:16
#1 Das Skandal-Schiff ist wieder da! Antworten

„Gorch Fock“


Segelschulschiff liegt in Kiel vor Anker - Berichte über Todes-Sturz und Ekelrituale überschatten die Rückkehr



Es ist wieder da: Das berühmt-berüchtigte Marine-Segelschulschiff „Gorch Fock“ liegt nach der langen Weltreise seit Donnerstagnachmittag in der Kieler Bucht vor Anker.

Morgen dann der große Empfang für ein Schiff, das Deutschland bewegt hat!

Die „Gorch Fock" läuft nach 250 Tagen und 23 000 zurück gelegten Seemeilen am Freitagvormittag (10 Uhr) in ihrem Heimathafen in Kiel ein.
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Zur Ankunft der „Gorch Fock" werden mehr als 1000 Angehörige erwartet. Normalerweise nimmt die Öffentlichkeit nur am Rande Notiz von der Rückkehr in den Heimat-Hafen.

Aber diesmal ist alles anders.

Skandal-Geschichten überschatten die Feierlichkeiten.

Die Marine will deshalb morgen ein klares Signal senden: WIR wollen die Gorch Fock behalten!

Aber wird das Schiff wirklich wieder in See stechen?

DER HORROR-STURZ

Rückblick:

Am 7. November 2010 ereignet sich an Bord des Schiffes ein folgenschweres Unglück, das bis heute nicht vollständig geklärt ist. Die 25 Jahre alte Offiziersanwärterin Sarah S. stürzt bei einer Übung im brasilianischen Hafen von Salvador da Bahia aus 27 Metern Höhe aus der Takelage des Segelschulschiffes aufs Deck. Sie erliegt wenig später ihren Verletzungen im Krankenhaus

Die Marine setzt danach die Ausbildung auf dem Segelschulschiff aus, alle 73 Lehrgangsteilnehmer werden nach Hause geflogen, setzen ihre Ausbildung an der Marineschule Flensburg fort. Zurück bleibt die Stammbesatzung mit 192 Mitgliedern.

DER SKANDAL

Erst zwei Monate später geht die Debatte um die Gorch Fock richtig los:

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, berichtet in einem Brief an den Verteidigungsausschuss von massivem Druck auf Kadetten und Vorwürfen der Meuterei. Er bezieht sich auf Aussagen von Lehrgangsteilnehmern.

Sie sprechen von Ekel-Ritualen, Schlampereien an Bord, Alkohol-Exzessen – und massivem Druck bei der Ausbildung. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg reagiert sofort: Als auch noch Bilder von einer Karnevalsfeier nur einen Tag nach der Trauerfeier für die verunglückte Sarah S. durch BILD öffentlich werden, suspendiert er den Kommandanten Norbert Schatz. Kapitän zur See Michael Brühn übernimmt das Schiff.

Aber die große Diskussion bleibt!

DIE BILD-ENTHÜLLUNG

BILD enthüllt im Februar einen internen Marinebericht zu den Zuständen an Bord. Darin wird die Borddienstverwendungsfähigkeit von Sarah S. angezweifelt und den Ausbildern werden massive Vorwürfe gemacht. Auch die Staatsanwaltschaft Kiel prüfte daraufhin die Borddienstverwendungsfähigkeit der Kadettin.

Die Marine gerät erneut unter Druck, als bekannt wird, dass das zuständige Untersuchungsteam eine falsche Gewichtzahl der verunglückten Kadettin in den Bericht geschrieben hat. Die Mutter von Sarah S. ist empört, verlangt Aufklärung aus dem Ministerium.

Kurze Zeit später sorgt ein weiterer Bericht der Marine für Empörung, der die Vorwürfe von Kadetten an Bord als „nicht haltbar" bezeichnet und besondere Rituale für völlig normal hält.

EKEL-RITUALE

So wird z. B. über eine im Maschinenraum vorgefundene Wäscheleine mit 20 Damen-Slips geschrieben: „Zwar entspricht die Leine nicht den Maßstäben der political correctness, stellt aber gerade für die Soldaten der Schiffstechnik ein zusammenhaltsförderndes Element dar, welches in der Abwägung unter Führungsaspekten nicht zu beanstanden ist und als Brauchtumsstück betrachtet werden muss."

Das Verteidigungsministerium ist entsetzt über diese Bewertung – und distanziert sich sofort.

Der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière will das Thema runterkochen, nicht mehr auf höchster Ebene behandeln. Erst, wenn alle Berichte vorliegen, soll es Aussagen zur Zukunft des Schiffes geben.

Die Staatsanwaltschaft will ihren Bericht zum Tod von Sarah S. spätestens Ende Mai vorlegen, die Marine den abschließenden Havariebericht im Juni.

Die Zeichen stehen aber mittlerweile darauf, dass das Schiff weiterfahren soll. Mehrere Politiker aus allen Fraktionen äußerten sich bereits positiv zu einer Zukunft der Gorch Fock.


(Quelle Bild )


Hades

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