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Dieses Thema hat 19 Antworten
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 Die NVA der DDR
Seiten 1 | 2
Mucker87 Offline



Beiträge: 9
Punkte: 9

16.09.2013 11:13
#16 RE: Selbständiges Wachbataillon der NVA antworten

Eventuell etwas zum "geheimen Bunker" im Entenfängerberg / Geltow.
"Görings Bunker" der Luftwaffe wurde 1945 von der Roten Armee übernommen und in den 50`er Jahren wurde Bunker und Objekt an die NVA übergeben. Objekt und Bunker wurden zum Führungspunkt des Ministeriums für Nationale Verteidigung (MfNV) im Mob-Fall und durch das WB-12 bewacht und Sichergestellt. Mit Bildung des Kdo.-LaSK wurde nicht nur das WB-12 in das WSB-40 umstrukturiert, sondern auch der nördliche Teil des Bunkers ausgebaut und modernisiert. Südteil soff ab.
Dieser nördliche Teil wurde zur Hauptführungsstelle, im Verteidigungsfall, für die "Besondere Gruppierung Berlin" . Für die Nachrichtensicherstellung der HFüSt gab es die Kuriernachrichtenzentrale -40 (KNZ-40) und die materielle Sicherstellung der Bunkertechnik übernahm die Wartungseinheit-40 (WE-40). Die Wechselführungsstelle (WFüSt) , nicht in Geltow, wurde durch NZ-40 ( Nachrichtenzentrale-40) sichergestellt. Die HFüSt war extra mit Zaun gesichert und nur ein sehr begrenzter Personenkreis war für den Zutritt berechtigt. Um den Bogen zum Ausgangsthema zu bekommen---- das WSB-40 , besser die Wache der beiden Wkp., lief Streifenposten zwischen Zaun "Bunker" und Außenzaun des Objektes und ansonsten war kein Angehöriger des WSB-40 zutrittsberechtigt. Im Verteidigungsfall wäre das WSB-40 im Soll II aufgefüllt und in ein WSB und eine Kommandantendiensteinheit gesplittet. Einmal zur Bewachung HFüSt+ WFüSt und als Bestandteil der "Besonderen Gruppierung". Der Großteil des Personalbestandes des Kdo.-LaSK stellte die Kader für die Mob.-Divisionen und im VF hätte nur ein kleiner Teil unter Führung des Stellvertreters Chef Landstreitkräfte und Stabschef die Führungsstellen besetzt.
Stehe für Nachfragen zur Verfügung
Mucker87

pilhock Offline



Beiträge: 4
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16.09.2013 12:11
#17 RE: Selbständiges Wachbataillon der NVA antworten

Stimmt es, daß der Bunker unterirdisch per Fahrstraße von Berlin aus erreicht werden konnte?
Was ist aus Oberstltn. Köhler, Major Köllner, Maj. Melz, Maj. Friedrich, Hptm. Schlott und Stfw. Opitz geworden?

mfg
Pilhock

Mucker87 Offline



Beiträge: 9
Punkte: 9

16.09.2013 12:58
#18 RE: Selbständiges Wachbataillon der NVA antworten

Hi @ pilhock,
Der Haupteingang lag und liegt unmittelbar an einer Eisenbahnstrecke und zu meiner Zeit führte auch ein Nebengleis zum Bunkereingang. Der Eingang war zur Anfahrt eines LKW groß genug und der Zufahrtsweg vom Tor Offizierscasino an der Straße war fest und breit ausgebaut.. Ich gehörte nicht zu den Zutrittsberechtigten als ZF/KC der 1.Wkp. und konnte den Eingang nur bei der Kontrolle des Postenbereiches als Wachhabender sehen. Mit meiner Versetzung ins MSR-2/1.MSD (6/84) konnte ich noch umfangreiche Umbauarbeiten am Haupteingang feststellen aber nicht weiter beobachten. Auf heutigen Sattelitenbildern sind auch weitere Nebengebäude zu sehen und ein noch wesentlich größerer Bunkereingang.
Zu OTTO Köhler---:
Mit meinem Praktikum als OS im Juni/77 bis zum Abgang Juni/ 84 war Otto Köhler Stabskommandant des Objektes Geltow und wohnte immer noch im Haus neben dem KDL. Er versuchte auch weiterhin dem neuen K-WSB-40, Osl. Bastian, "hilfreich unter die Arme zu greifen." 1983 ließ er den Nachfolger von "Basti", Osl Kölling , in Ruhe. Major Melzer war StKRD ( Stellvertretender Kdr. für Rückwertige Dienste) des WSB-40 und wenn er nicht geplatzt ist wird er auch als Major in Rente gegangen sein ( Nur K-WSB war ja Osl-Planstelle). Maj. Friedrich war Politnik und wurde 1978 /79 versetzt. Schlott ist mir kein Begriff und Stfw. Opitz sagt mir was, habe aber kein Bild. Entweder wurde er Spieß der Kfz.-Kp. oder Fähnrich im RD-Bereich von Melzer. Bräuchte genauere Personenbeschreibung zum genauen zuordnen.
Gruß Mucker87

pilhock Offline



Beiträge: 4
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16.09.2013 13:56
#19 RE: Selbständiges Wachbataillon der NVA antworten

Danke, Mucker87,
das war doch eine prima Auskunft. Den Bunkereingang per Eisenbahnstrecke kenne ich, dieser wurde beim Bunkerbau im 3. Reich genutzt. Bin da hinten manchmal Streife gelaufen, dort standen auch schiefgesprengte Betonraketen, die den Sprengstoffangriff der Russen nahezu unbeschadet überstanden. Auch den Zugang 100 m von der "Bataillonsstraße", der durch Posten gesichert wurde, ist mir bekannt. Es hieß nur zu meiner Zeit, daß es einen Tunnel zur Reichskanzlei in Berlin gegeben haben soll, der beim Eintreffen der Russen 1945 gesprengt gewesen sei. Wahrheit oder Legende?
Auch kenne ich die Lüftungsschächte auf dem Bunker. In einigen konnte man schon zu meiner Zeit das Wasser unten stehen sehen.
Köhler hieß bei uns "Lunikoff" wegen seines übermäßigen Alkohlkonsums. Des öfteren kam er schon morgens angetütelt zum Dienst. Er war schon damals fast keines klaren Gedanken mehr fähig. Ach ja, ... der RD-Major hieß Melzer und hatte einen gewaltigen Umfang. Friedrich war bei uns StVKTA. Es verwunderte mich, wie dämlich jemand überhaupt sein kann ("Gefreiter, fahren Sie den G5 sofort weg!" ... "Geht nicht sofort, muß erst vorglühen" ... "Keine Diskussion, fahren Sie erst weg und glühen dann vor") usw. usf. Vom Umgang mit seinen Kindern ganz zu schweigen.
Opitz holte sich immer wieder "Nachschlag", wenn seine Zeit nahezu abgelaufen war. Heute müßte er etwa 70 sein (1943er Jahrgang). Er war ein kleines dünnes Männchen, etwa 1,70 m groß. Damal Chef der Nachrichten- und Funkgruppe. Hatte aber weder vom ersten noch vom zweiten eine Ahnung. Außerdem stand er unterm Pantoffel, bekam von seiner Frau das Taschengeld zugeteilt. Einmal hatten wir einen gezischt, da bekam er Ärger mit seiner besseren Hälfte, weil er sich das eigentlich nicht hätte leiste können; wahrscheinlich war hier "Schwarzgeld" im Spiel. Daher ist mir der Fähnrich bei RD wahrscheinlicher, als Spieß bei der Kfz.-KP. Er hatte wohl auch keinen Führerschein.
Schlotti kam aus Plauen und war immer stolz auf "seine Plauener Spitzen" ... war ein prima Kerl. Wollte immer wieder zurück, weil ihm das WB12 nicht gefiel.
Mich hat es dann irgendwann zum NIR verschlagen. Dort überwachte ich Bauvorhaben (Grenzmeldenetz). Aber das ist eine andere Geschichte. Heute bin ich im Ruhestand.

mfg
Pilhock

Mucker87 Offline



Beiträge: 9
Punkte: 9

16.09.2013 15:06
#20 RE: Selbständiges Wachbataillon der NVA antworten

Bitte , @ pilhock,
Den Tunnel zur Reichskanzlei halte ich für eine Legende, bin im nichteingezäunten abgesoffenen Südteil als junger Ltn. öfters in der Freizeit auf Erkundung gewesen. Ohne Ausrüstung und Sicherung jedoch durch das Grundwasser nicht sehr weit gekommen. Einen Sinn in so einem langen Tunnel kann ich nicht erkennen. Eine Nachrichtenleitung nach Berlin kann ich bestätigen. 1978 beim Schachten von neuen Gräben für das neue Heizungshaus hatte einer meiner Landser es beschädigt. Ich wunderte mich gerade über ein komisches Zischen und war schon von Abt.-2000 + KNZ-Leuten umstellt. Vom Zustand her könnte sie noch aus der "alten Zeit" gestammt haben.
Der Zugang von der Batl.-Str. wurde zu meiner Zeit nicht mehr bewacht. Lag außerhalb des Sperrzaunes und Zugangsleiter war abgesägt. "Lunikoff" sein Nachfolger stand in dieser Beziehung in Nichts nach und man konnte es an seiner Nase sehen welche "Nahrung" er in der Mittagspause einnahm. Friedrich deckt sich mit meiner Erfahrung schon an der OHS .Alles was man nicht vor die Truppe stellen konnte, inkompetent war wurde Politoffizier, auch dies war er nicht lange!. Habe nur vereinzelt Andere kennengelernt.
Ebenso hatte ich den Eindruck, dass alle die man in den Kampfeinheiten nicht mehr gebrauchen konnte Kdr. des WSB-40 wurden. Hiervon nehme ich den letzten Kdr., Maj./Osl.Thiele, aus. Leider durfte ich ihn bis zu meinem Versetzungsgesuch nur als KC-Kfz.Kp. und dann als STKSC erleben. Auf Opitz trifft aber meine Erinnerung an den Spieß der KFZ-Kp. ( bis 1978) bezüglich Deiner kompletten Beschreibung zu. Er wollte weiter aufkohlen jedoch fehlte der entsprechende Schulabschluss zum Fähnrich und der Spieß der Kfz.-Kp. hatte einen Fahrer / Schreiber.
Schlotti hätte ich gerne kennen gelernt, wir hätten uns bestimmt prächtig verstanden und genug Gesprächsstoff gehabt.
Mein Bruch mit dem politischen System im Oktober /87 ist auch eine andere Geschichte.
Beste Wünsche für den wohlverdienten Ruhestand wünscht
Mucker87

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