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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 795 mal aufgerufen
 Grenztruppen/Grenzregime der DDR
Nemesis Offline




Beiträge: 690
Punkte: 688

02.11.2006 11:24
#1 Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

05. Februar 1989 - Chris Gueffroy

geboren am 21. Juni 1968,
erschossen am 5. Februar 1989
in Berlin-Treptow, nahe den Kleingartenkolonien "Harmonie" und "Sorgenfrei" am Britzer Zweigkanal.
Chris Gueffroy

Im Mai 1989 sollte der 20-Jährige Kellner Chris Gueffroy aus Ost-Berlin zur Nationalen Volksarmee eingezogen werden, was ihm sehr widerstrebte. Reisen wollte er; Amerika sehen, das war sein großer Traum. Von einem Bekannten, der seinen Wehrdienst bei den Grenztruppen in Thüringen ableistete, erfuhren Chris Gueffroy und sein Freund, der 21-jährige Christian G., Ende 1988, dass der Schießbefehl ausgesetzt sei; es dürfe nur noch auf Fahnenflüchtige und bei Angriffen auf die Staatsgrenze geschossen werden. Chris Gueffroy und Christian G. gingen deshalb davon aus, dass ihnen bei einer Flucht über die Berliner Mauer schon nichts passieren werde.
Todesanzeige Gueffroy

Am 5. Februar 1989 näherten sich die beiden jungen Männer im Ost-Berliner Stadtbezirk Treptow dem Teltowkanal, der die Grenze zum West-Berliner Stadtbezirk Neukölln bildete. Von einer Gartenkralle hatten sie den Stiel entfernt und stattdessen ein Seil angebunden. Mit diesem Wurfanker wollten sie die letzte Barriere vor dem Teltowkanal überwinden, den Streckmetallgitterzaun. Fast drei Stunden lang krochen sie bei drei Grad minus durch Schrebergärten, bevor sie gegen 23.40 Uhr die Hinterlandmauer erreichten. Es gelang ihnen, diese Mauer unentdeckt zu übersteigen. Auch das nächste, nur fünf Meter entfernte Hindernis, den Signalzaun konnten die beiden jungen Männer überwinden, lösten dabei aber optischen Alarm aus; die Grenzsoldaten wurden auf sie aufmerksam. Während Chris Gueffroy und Christian G. auf das letzte Sperrelement, den Streckmetallzaun, zurannten, wurden sie von einem Postenpaar unter Beschuss genommen. Um den Schüssen zu entkommen, rannten sie von den Soldaten weg am Zaun entlang. Vergeblich versuchten sie abwechselnd, dem jeweils anderen mit einer Räuberleiter über den Zaun zu helfen. Die Flucht vor dem ersten trieb sie in die Arme eines zweiten Postenpaares. Schüsse peitschten durch die Nacht, schlugen Funken am Stahlzaun. Chris Gueffroy sackte zusammen, fiel zu Boden und blieb leblos vor seinem Freund liegen, der, ebenfalls von einem Geschoss am Fuß getroffen, stürzte.


Chris Gueffroy starb innerhalb weniger Minuten. Ein Brustschuss hatte ihm den Herzmuskel zerfetzt.


So etwas darf nicht in Vergessenheit geraten !!

Grenzer waren eben nicht wie man uns weiss machen will ,nur einfache Soldaten die ihren Dienst versahen.

Denn die Mehrheit war mit Masse willige Vollstrecker eines Terrorsystems auf deutschem Boden.

Nemesis

Hades Offline



Beiträge: 422
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03.11.2006 11:50
#2 RE: Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

Ich weiß nicht viel über dieses Thema aber was die DDR an
Selbstschußanlagen und Minen hatte nur um ihre Bürger an einem Fluchtversuch zu hindern ist schon mehr als abartig gewesen. :twisted:

Nur gut das es die Grenze nicht mehr gibt!

Hades

Gardes du Corps Offline




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06.11.2006 07:38
#3 RE: Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

Zitat von Hades

Nur gut das es die Grenze nicht mehr gibt!

Hades


Uneingeschränkte Zustimmung!
Eine Grenze, die ein Volk teilt, um es gefügig den Siegern gegenüber zu machen, ist pervers.

Nemesis Offline




Beiträge: 690
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06.11.2006 10:33
#4 RE: Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

Zitat
Der antifaschistische Schutzwall wurde gebaut um die Bürger der BRD zu hindern in die DDR zu flüchten.



So muß es wohl sein. Wer erinnernt sich nicht an die vielen Opfer die bei dem Versuch das "Staatsgebiet" der "DDR" zu errreichen, an diesem Schutzwall scheiterten.


Nemesis

Hades Offline



Beiträge: 422
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06.11.2006 11:53
#5 RE: Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

Wenn man sich alleine diese Selbstschussanlagen betrachtet.

Das war wirklich pervers.






Selbstschussanlage
Eine Selbstschussanlage ist eine Splittermine und dient dazu, ein mobiles Objekt, meist einen Menschen, automatisiert am Betreten oder Durchqueren eines bestimmten Gebietes zu hindern. Sie ist von daher militärisch eng verwandt mit der Landmine.

Traurige Berühmtheit erlangten die Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Zahlreiche sog. Grenzverletzer, im allgemeinen DDR-Bürger bei Fluchtversuchen, wurden von den Selbstschussanlagen verletzt oder getötet. Die DDR hatte lange bestritten, Selbstschusssplitterminen aufgestellt zu haben.



Hades

Hades Offline



Beiträge: 422
Punkte: 404

15.11.2006 20:25
#6 RE: Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

Hohenschönhausen
Der Präsident im Stasi-Knast

Der Bundespräsident und seine Ehefrau Eva Luise gestern im ehemaligen
Stasi-Untersuchungsgefängnis in Hohenschönhausen

Berlin – Bundespräsident Horst Köhler und Gattin Eva Luise
(schwarzes Kostüm, schwarzes Cape) besuchten gestern das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen in Berlin.

Bundespräsident Horst Köhler legt vor einer Gefängniszelle einen Kranz aus gelben Rosen und roten Gerbera nieder
Kommentar
Georg Gafron
Wir dürfen nie vergessen!

„Hier darf nichts vergessen werden und Gerechtigkeit zu schaffen braucht einen langen Atem“, schrieb Köhler ins Gästebuch.

Im sogenannten „U-Boot“, dem düsteren Kellertrakt, legte der Präsident vor einem zwei mal zwei Meter engen Raum mit Holzpritsche und Metallkübel einen Kranz nieder –
gelbe Rosen, rote Gerbera.

Dann zwängte sich der 1,78 Meter große Köhler in die 1,62 hohe „Beugehaft-Zelle“.

Dort litten Häftlinge Höllenqualen.

Stasi-Opfer Dieter von Wichmann war vier Monate dort eingekerkert.

Sein „Verbrechen“: Er wollte 1963 aus der DDR flüchten.

Opfer Edda Schönherz (62):
„Im September 1974 kam ich hier in U-Haft.“ Sie hatte sich in Ungarn bei westlichen Botschaften nach einer Möglichkeit erkundigt, die DDR zu verlassen.







Hades

Soldat-X Offline




Beiträge: 15
Punkte: 15

04.04.2007 21:01
#7 RE: Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

Es ist ein unerträglicher Zustand, wenn man heute so tun möchte, als wären die Morde an der innerdeutschen Grenze nur bedauerliche Zwischenfälle.

Hier wurde im Frieden auf Menschen geschossen, die ihr Recht auf freie Bestimmung ihres Aufenthaltsortes wahrnehmen wollten.

Die Todesschützen können sich nicht auf Befehlsnotstand berufen, die Schützen wußten was sie taten und ihre unbelehrbaren Kameraden tummeln sich noch heute ungehindert in irgendwelchen Foren, um ihren abartigen Dienst als normalen Dienst zu verklären und dem bösen Westen die Schuld für deren persönliches Scheitern zuzuschieben.


Soldat-X

Nemesis Offline




Beiträge: 690
Punkte: 688

04.04.2007 22:57
#8 RE: Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

Hallo Soldat-X,
ich kann Deiner Einstellung nur 100% zustimmen.

Es wird doch wohl einen guten Grund geben, warum man diese Herrschaften nicht zum Beispiel in Reservistenverbänden der BUndeswehr sehen möchte.
Sie waren übrigens bei der eigenen Bevölkerung in der DDR nicht beliebt.

Ich möchte hier nicht den Wehrpflichten anprangern, der seinen Dienst versehen mußte. Die Längerdienenden allerdings wußten wem und was sie dienten ! Und das kann man ihnen zum Vorwurf machen !

Nemesis

BGS Offline




Beiträge: 37
Punkte: 37

12.06.2007 23:12
#9 RE: Maueropfer -Gegen das Vergessen antworten

Wer sich ein Bild über den tödlichen Mechanismus an der innerdeutschen Greneze machen möchte, dem sei der u.a. Link empfohlen.

http://www.todesautomatik.de/


BGS

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